SeoCampixx Recap 2017 – meine Learnings

Vom 11.bis 13.März fand in Berlin wieder die jährliche SeoCampixx statt. Meine fünfte Campixx war gefühlt nicht die Beste, aber es lohnt sich immer zu kommen, um mit den langjährigen Bekanntschaften zu reden, sich zu updaten und Erfahrungen auszutauschen – und natürlich auch neue Gesichter kennen zu lernen. Der Austausch ist enorm und die Lernkurve immer noch groß. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten, deshalb fange ich hier auch nicht Tschakka Tschakka an und schreie „Geil, super, muß man gesehen haben….“. Warum ich so denke, werde ich ganz unten erklären.

Vorher zum guten Teil und meinen Learnings bzw. einer kurzen Abfolge meiner besuchten Sessions. Ihr könnt ja evtl. denjenigen Vortragenden selbst fragen wegen weiteren Details….

Danke an alle

Marco sowie Stefan und dem gesamten Team ein ganz großes herzliches Danke für die diesjährige SeoCampixx. Ihr rockt! Endlich wieder schwarze T-Shirts! 😉 Ihr bringt die Szene zusammen, das Networking ist nirgends so hoch! Wer dies nicht nutzt, ist selbst Schuld….

Die Trends 2017 im SEO – Content & Links

Kurz zusammengefasst aus meiner Wahrnehmung: Guter Content wird ebenso belohnt wie ein gutes Linkprofil!

Tag 1 Die Sessions und meine Learnings

Nachdem ich die Keynote verschlafen hatte, ging es um 10:30 Uhr mit dem ersten Blackhat-Vortrag los!

Thomas Mindnich – „Wenn ich stehe, rede ich nur Müll! Deshalb muß ich laufen!“

„Cash and Run“ hieß Thomas‘ Session. Das ist der mit dem schwarzen Hut, der aber gar kein Blackhat mehr sein will. Ich bin sehr begeistert von seinem Vortragsstil. Wasser trinken ist in und laufen sowieso (siehe Überschrift).

Er berichtet von SEO-Texten, Kategorie-Texte, die keiner mehr braucht, von seinen Testing-Einstellungen. „Denken – Tun – Analysieren – Lernen“ sein Fazit dazu. Seo-Tests müssen gut geplant sein, damit man das Ergebnis nicht verfälscht.

Longtail Proximities, NLP oder Co-Occurrences sind wichtige Themen, auf die er achtet bei der Erstellung von Content. Sein Tool Termlabs.io sei dabei gedacht, die eigenen Texte zu überprüfen und zu optimieren, neue Texte relevant zu erstellen.

Ein sehr guter Vortrag: Thomas hat eine besondere Vortragsart – lustig, schnippisch, aber auch fundiert. Er redet tacheles ! Große Empfehlung!

Kaspar Szymanski – „Baut mehr Links“ – „Remove Links“

Als ehemaliger Google-Webspam-Mitarbeiter hat Kaspar Einblicke in das Google-System, von dem er heute noch profitiert. Das Schöne: Er behält das Wissen nicht für sich 😉 Somit gab er einige Tipps, wie man ein Webspam-Report ausfüllt (Belegen, dass eine Seite gegen die Richtlinien verstößt), einen Reconsideration-Request erfolgsversprechend stellt (keine Emotionen, nur Fakten und Belege, Links wirklich abbauen und das dann dokumentieren) und auf welche Links man heutzutage achten bzw. disavoen sollte.

Links wären weiterhin sehr, sehr wichtig fürs Ranking! Aber auch das Abbauen von schlechten Links sei elementar.

Ebenso sollte man sich die Google-Richtlinien immer wieder einmal anschauen, denn diese werden alle paar Monate geändert, ohne, dass es jemand auffällt. (Ich nutze dafür übrigens watchthatpage.com und bekomme eine Email, wenn sich etwas ändert!

Hat man eine manuelle Penalty erhalten und will einen Reconsideration-Request einreichen, so sollte man wirklich Links abbauen und nicht nur disavown. Beim Disavow sollte man achten, domainweit einzutragen „Falls Google sämtliche Links aus einer Domain, beispielsweise ihrebeispielurl.de, ignorieren soll, fügen Sie die Zeile domain:ihrebeispielurl.de hinzu. “ – denn es kann immer sein, dass man ansonsten weitere schlechte Links übersieht.

Wikipedia-Links sind weiterhin gut, auch wenn sie nofollow sind.

Dann nennt er noch drei Punkte, die als Alternative zum Linkaufbau dienen können: 1) Traffic-Links immer auf nofollow setzen 2) Je nach Branche die Userexperience steigern, z.b. durch Pagespeed 3) ans Crawling-Budget denken (aufwändig: serverlogs über längere Zeit speichern und analysieren).

Tipp: Linkaufbau immer dokumentieren, da man im Falle einer Strafe dann schneller reagieren kann.

Publikumsfrage: Google hasst Expred Domains – Spam!

Marcus Tober – „Warum SEO datengetrieben sein muß“

Marcus zeigt mal wieder, was für fantastische Daten bei Searchmetrics erhoben werden. Es gäbe nicht mehr Rankingfaktoren bzw. bei Searchmetrics würde man diese nach versch. Branchen auflösen. Hat man bei Shopping-Seiten sehr viele interne Links (klar, Shopkategorien!), so würde man bei Finanzseiten eher aus Https achten (klar, Sicherheit geht vor!) usw. Diese Studien gibt es nun für Shopping, Finanzen, Medien, Gesundheit und Reisen – weitere Branchen folgen.

Ebenso zeigte er die Evolutiuon der Serps und wo die Reise hingeht. AMP, Sprachsuche sind dabei zu erwähnen. Interessant war eine Folie, auf der er zur selben Suchanfrage drei untersch. Ergebnisse bekommt, nämlich auf Desktop, Mobile oder Google Home – die Suchintensioen würden sich je nach Devi unterscheiden.

Top! Vielen Dank Marcus! Hier der Link zu den Ranking-Faktoren nach Branchen.

Jonas Weber – Mit SEO neue Keywords für den Sales-Funnel identifizieren

Ebenso wie Caspar hat Jonas bei Google gearbeitet. Spannend wurde es nun, als Jonas eine Strategie vorstellte, bei der im ersten Schritt durch informative Suchanfragen seine Zielgruppe identifiert. Die Denke dahinter: Das Interesse der Leute ist da, aber noch keine Kaufabsicht. Also sollte man keywords identifieren, die für die Zielgruppe interessant wäre, aber keine Google Adwords geschaltet werden – der Seotraffic ist da und es ist einfacher zu ranken. Statt also auf „Laufschuhe kaufen“ zu optimieren, optimiert man auf „Laufstrecke Hamburg“ etc.  Das ist der Ablauf:

Danach kann man die User z.b. per Retargeting (Facebook!) erreichen. Er zeigte ein Beispiel, in dem er für einen geringen Leadpreis neue Emailadressen einsammelte. Cool!

Nico Sacotte – „keine SEO-Texte!“

Der Seokanzler aus dem Allgäu zeigte versch. Problemstellungen, die man bei der Contenterstellung bzw. Pflege haben kann. Bei der strukturierten Contentproduktion besteht zunächst das Problem der Keywordrecherche. Wie oft sollte man welche Pages aktualisieren, besser machen oder löschen? Sein Beispiel „Kreditanbieter“ rankt auf Platz 1 – ständig wird der Content aktualisiert und erweitert. Seit September 2016 hat die Seite schon über 40 Revisionen bekommen.

Am Ende zeigte er sein neu programmiertes Tool zur Contenterstellung „Contentplaner“, mit dessen Hilfe „Online-Redaktionen ihre Contentplanung optimal organisieren, verwalten, messen und kontrollierbar machen können.“

Der Abend endete für mich schon um 1 Uhr – der Freitag Abend war dagegen umso länger. Ich merke, ich werde älter!

Tag 2 Die Sessions und meine Learnings

10:30 Uhr Meine Session zur Fußball EM 2016

Danke für alle, die da waren und aufmerksam (?) zugehört haben.

Folgende Sessions habe ich dann am Sonntag angeschaut – ein Update folgt wegen der SMX München erst am Donnerstag16.3!

Bernhard Zitzer

René / Christian

Martin Mißfeld

Stefan Fischerländer – Das Beste kommt am Schluß

Was ich noch gerne gesehen hätte!

Wie immer natürlich, verpasst man auch hier und da Vorträge, die ich gerne gesehen hätte – doch bei sovielen Slots nebeneinander gibt es zu einigen Zeiten mehrere interessante Leute anzuschauen, z.b. diese hier:

  • Max Muhr mit der Analyse von sparwelt.de
  • Sebastian Erlhofer und Datadriven-SEO
  • Karl Kowald: WP aus dem Nähkästchen
  • Karl Kratz wollte digital verführen
  • Mario Schwertfeger: SEO in der Wettbranche
  • Lars Budde: T3n und FB-Ads
  • Niels Dahnke: Content-Produktion aus der Praxis – Von der Idee zum Inhalt (Präse auf Slideshare)
  • Dominik Wojcik (Parallel während meiner Session)
  • Martin Brosy und Linkbuilding (Parallel während meiner Session)
  • Toni Ritter: Irgendwas mit Netzwerken 😉

Licht und Schatten gehören aber auch zusammen

Wer aufmerksam gelesen hat, der merkt, dass ich oben stets „Session“ oder „Vortrag“ geschrieben habe und nicht „Workshop“, so wie es vom Veranstalter genannt wird (meine ich zumindest zu glauben). Ich würde mir ja wieder mehr Interaktion, Fragen und Diskussionen wünschen. In meinem Vortrag gab es viele Fragen (ich hoffe nicht, weil ich so schlecht erklärt habe) – das hat Spaß gemacht und hat auch die komplette Zeit in Anspruch genommen. So finde ich das echt geil. Diese einseitige Interaktion sollten wir den anderen Veranstaltungen wie Seokomm, Seoday oder SMX überlassen. Hier im weitaus kleinerem Raum fände ich das adäquat. Während der CampixxWeek gab es einen Barcamp Abend, der anscheinend sehr geil war.

Dafür kann der Veranstalter vielleicht nur marginal etwas, ein anderes Wording als „Workshop“ wäre aber angebracht. Vom Niveau und den Themen hatte ich nun keinen Totalausfall, sondern wurde stets inspiriert und zum Nachdenken aufgefordert. Das ist aber auch meine Art so zu denken, da ich als One-Man-Show keinen Arbeitgeber habe, der mir Anreise, Unterkunft und evtl. Eintrittskarte finanziert. Meine Zeit ist rar und ich komme nicht (mehr) um Bier zu trinken, Party zu machen und dann wieder nach Hause zu fahren um zu sagen „Da war jetzt nichts Neues dabei!“.

Ich denke aber, das Team Marco verstanden hat, dass es nicht nur mir so geht und er das ganze Konstrukt auf den Kopf stellen wird/will/ankündigt.

Ansonsten wie immer: Den Flieger außerhalb des Streiks erwischt, das Essen wie immer schlecht, Preise an der Bar okay und viele, viele nette Leute. Schöne SEO-Szene. Ende, Schluß, Aus!

Ihr braucht Links? Hier sind sie!

Eure Recaps und sonstige Berichte von der Campixx verlinke ich natürlich gerne! Schreibt mir per FB oder per Email an info@nils2.de!

2 Kommentare

  1. Hey Nils. Auch wenn ich das Fazit nicht ganz verstanden habe so will ich etwas zu den „Workshops“ sagen. Mir ist bewußt, dass 90 % der Teilnehmer (Speaker & Zuhörer) nur Einbahnstrasse kennen. Das ist kein Vorwurf, sondern so geschult. Ich bin seit Jahren der Meinung, dass ich mental ein Ziel vorgeben muss. Wir sagen immer „Bitte macht eher einen Workshop“ und nennen diesen so, weil ich es wie im Fahrsicherheitstraining halte. Wo man hinschaut da fährt man hin. Leider funktioniert das Nicht so wie gedacht. Es aber jetzt einfach wieder Session zu nennen finde ich auch nicht gut. Das würde ja einer Aufgabe gleichkommen. Du kannst mir aber gerne dabei helfen es Stück um Stück zu ändern.

  2. Hi Marco,
    alles gut. Unter „Unkonferenz“ verstehe ich mittlerweile etwas anderes als die Einbahnstrasse. Ja, es hat sich so eingebürgert und es ist kein Barcamp und das wird es wohl auch nicht mehr werden. Ich habe viel auch dieses Jahr viel gelernt, bin dankbar, dass ich dasein durfte. Und du weißt auch, dass ich das Format „OMtalk“ favorisiere. Ich habe dich zum Denken angeregt und vielleicht gibt es bei der nächsten SeoCampixx ja wirklich etwas weniger Fahrsicherheitstraining sondern eher – hm – wie soll ich es nennen? Diskussionsrunde und Erfahrungsaustausch mit einer präsentierter Einleitung? Die Pooled Forced Runden gehen sicherlich in diese Richtung.

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